Die Chronik

 

Verfasst von Wolfgang Langermann anlässlich des 100-jährigen Jubiläums 2007

So fing alles an ...

Karl Weinbrenner, geb. am 5. 10. 1888 in Nürtingen, war während seiner Ausbildungszeit für den württembergischen Verwaltungsdienst im Jahr 1907 Praktikant bei dem Boller Schultheiß und Verwaltungsaktuar Ludwig Pflüger. Herr Weinbrenner war der Initiator, der seine Kameraden Tobias Aichele, Fritz Braun, Fritz Dieterle, Fritz Frasch, Eugen Glaser, Heinrich Geiger, Fritz Hildenbrand, Fritz Mayer, Jakob Mayer, Georg Schempp, Fritz Schweizer, Wilhelm Unrath und Fritz Ziegler davon überzeugen konnte, den TV Boll zu gründen. Der Sohn, Prof. Eberhard Weinbrenner, zitiert in einem Schreiben an den TSV Boll vom 7. 12. 2005 seinen Vater aus dessen Aufzeichnungen wie folgt: „In der Freizeit nahm ich lebhaften Anteil an der Gründung des dortigen Turnvereins im Herbst 1907. Es mussten manche Schwierigkeiten dabei beseitigt werden, aber wir hatten einen schönen Erfolg mit diesem Turnverein.“ Der Gründer Karl Weinbrenner erinnerte sich nach französischer Kriegsgefangenschaft an die hübsche Tochter seines früheren Gründungskameraden, den Gastwirt und Posthalter Tobias Aichele in Boll und heiratete sie 1922. 1924 wählten ihn die Weinsberger zu ihrem Bürgermeister, was auch erklärt, dass laut unseren Protokollen bei den Feiern zum 25jährigen und 40jährigen Vereinsjubiläum „ein Herr Bürgermeister Weinbrenner aus Weinsberg“ die Festreden hielt. Auch sein Sohn, Prof. Eberhard Weinbrenner, hielt Kontakt zu Boll - auf andere Weise. Er war über 40 Jahre für die historische Instandsetzung und Erweiterung unseres Kurhauses Bad Boll verantwortlich. Der TSV wünscht sich, dass Herr Prof. Weinbrenner Gast unseres 100jährigen Jubiläums sein kann. Die Vereinsgründung wurde von den Bollern sehr positiv aufgenommen. Alle Bürgermeister und die Gemeinderatsgremien unterstützten stets die Turn- und Sportbewegung von ihren Anfängen bis in die heutige Zeit hinein in hervorragender Weise. Hierfür ist der TSV besonders dankbar. Im Gründungsjahr 1907 bekam der junge Verein bereits einen Tannenbaum für die Weihnachtsfeier „unentgeldlich“ überlassen. Für den Übungsbetrieb durfte der TV Gemeindeplätze „Im Dobel“ (Fa. Etuis-Duggert) und an der Silberpappel (Wasserreservoir) nutzen. 1913 wurde das Schülerturnen eingeführt, und es fand das erste Wald- und Kinderfest auf der „Boller Heide“ statt. Im Winter wurden in den Scheunen der Turner Reik und Frasch und im Kinderschulsaal Übungsstunden abgehalten. Im Mai 1914 enden kriegsbedingt die Vereinsaufzeichnungen. Lücken riss dieser Krieg auch beim TV Boll. Laut Protokoll hatte zum Beispiel Frau Frasch, nachdem ihr Mann, das Vorstandsmitglied Fritz Frasch, gefallen war, alle Unterlagen des TV weggeworfen.

Aber das Vereinsleben ging weiter.

1921 gründete Albert Dangelmaier die Fußballabteilung. 

1922 richtete der TV Boll ein wunderschönes Gauturnfest aus, bei dem die teilnehmenden Kinder reich beschenkt werden konnten

Der TV Boll wird e.V.

Seit dem 5. 12. 1922 ist der TV Boll dann auch ein nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch von 1900 „eingetragener Verein“ (e.V.). Dies war formal gar nicht so infach, mussten doch zunächst positive Zeugnisse der Gemeinde und der Regierung in Ulm beigebracht werden. Das erste registrierte Vorstandsgremium wurde wie folgt beim Amtsgericht Göppingen eingetragen: Vorstand Fritz Haussmann, Kassier Fritz Braun, Schriftführer Wilhelm Gölz, Ausschuss: Georg Hildenbrand, Josef Laub, Max Aichele und August Stängle. Im Jahr 1924 wurde die Vereinsfahne mit einem großen Fest geweiht. 1980 erkannte man die Verfallserscheinungen an diesem historischen Inventar und ließ die Fahne vom Landesdenkmalamt aufwändig restaurieren. Am 25. 2. 1924 verkaufte die Gemeinde den Turnplatz an der Dobelstraße an die

Firma Duggert und stellt dem TV Ersatzflächen in den Breitwiesen (Sportplatz an der Badallee) zur Verfügung.

Eine Turnhalle wird gebaut

Bereits 1925 gab es unter Vorstand Fritz Haussmann erste Diskussionen um den Bau einer Turnhalle. Die Gemeinde wollte den Wert eines außerordentlichen Holzhiebes (4.000 Mark) beisteuern. Am 20. 11. 1929 gründete Fritz Haussmann eine Baukommission. Der neue Vorstand Emil Hildenbrand schritt dann zur Tat und begann am 15. 1. 1930 mit seinen Mannen die Grabarbeiten. Für den TV Boll wurde dieser Bau in jeder Beziehung zu einem Kraftakt. Unzählige Arbeitsstunden, Ärger bei den Vergaben an konkurrierende Anbieter, Probleme mit den Genehmigungsbehörden und große Finanzierungsnöte (Vorstand Emil Hildebrand bürgte mit seinem Privatvermögen) begleiteten dieses vereinsgeschichtsträchtige Vorhaben. Am 31. 8. 1930 konnte das Richtfest und am 6./7. 6. 1931 die Einweihung gefeiert werden.

Ein Jahr später feierte der TV Boll mit einem großen Fest sein 25jähriges Bestehen.

Turbulente Zeiten

In den 30er Jahren wurde das Vereinsleben schwierig; die NSDAP´ler im Ort wachten über das Treiben im Turnverein. Die Hitlerjugend-Bewegung machte dem Verein Kummer; es waren nur noch „Nationale Männer“ gewünscht. Andererseits gab es Bestrebungen, einen Arbeitersportverein zu gründen. Es fanden turbulente Sitzungen statt, wie die Schriftführer Karl Bächtle und Wilhelm Brenner in ihren Protokollen eindrucksvoll belegen. „Der TV Boll duldet keine Spione und Heuchler in seinen Reihen und wird diese lahm legen“, ist zu lesen.

Am 19. 1. 1940 wurde es musikalisch im TV Boll. Es entstand eine Sängerriege; der Gesangverein hatte sich aufgelöst. Kriegsbedingt wurde am 20. 1. 1940 die zunächst letzte Versammlung abgehalten. Der 2. Weltkrieg hinterließ auch im TV Boll tiefe Wunden.

Wiederbeginn

Am 13. 1. 1946 begann der Verein in seiner ersten Sitzung nach diesen leidvollen Jahren die Zukunft zu planen. Hierzu sah sich nochmals Emil Hildenbrand mit seinen Erfahrungen berufen und übernahm das geschädigte, aber schwimmende Vereinsschiff. Nach acht Jahren kriegsbedingter Abstinenz fand am 22. 12. 1946 wieder eine bescheidene Weihnachtsfeier im „Löwen“ statt. Ein halbes Jahr später feierte der Verein an gleicher Stelle sein 40jähriges Jubiläum, bei dem „Bier und Wasser zwar vorhanden waren, aber der Most wegen Missernten und das Vesper aus der guten alten Zeit fehlten“. Am 16. 9. 1950 gründete der TV Boll unter Leitung von Kurt Maier eine Tischtennisabteilung.

Aus TV wird TSV

Nachdem neben dem Turnen auch mehr und mehr andere Sportarten aufkamen, das Fußballspiel bereits drei Jahrzehnte den Verein mitprägte, entschloss man sich am 5. 4. 1952 zur Umbenennung von Turnverein Boll in Turn- und Sportverein Boll. Am 17. 1. 1953 wurde Wilhelm Mayer „ungern“ nochmals Vorsitzender und leitete den TSV, bis 1954 Alfred Mayer den Verein übernahm. Die nächste protokollierte Hauptversammlung fand dann erst am 27. 8. 1966 statt. In ihr wurde deutlich, dass beim TSV Boll über zwölf Jahre nicht alles zum Besten bestellt war. Inzwischen fand sich aber trotzdem Zeit und Gelegenheit zum Feiern, denn vom 14. bis 16. 6. 1958 stand das 50jährige Vereinsjubiläum an.

Es geht doch...

Mit Vorstand Hermann Stoll an der Spitze legte der TSV wieder den Vorwärtsgang ein. Die Turnhalle wurde 1967 bis 1969 komplett renoviert, Umkleideräume geschaffen, ein Klubraum eingerichtet und das Spielfeld an der Badallee bekam Flutlicht. 10.000 Mark wurden ausgegeben und 1.125 freiwillige Arbeitsstunden der Mitglieder geleistet. Bei der Hauptversammlung am 26. 4. 1969 waren die Gedanken der Mitglieder beim 1968 verstorbenen Vereinsgründer Karl Weinbrenner. Durch die 1969 eingeweihte Schulturnhalle bekam der Sport in Boll eine neue Dimension, die auch der TSV nutzte: Kinderturnen, Mutter-Eltern-Turnen, Jedermannturnen, Tischtennis, Gymnastik, Volleyball, Faustball und Fußball fanden in der für diese Zeit sehr modernen Halle eine Heimat. Die Aktivitäten im TSV wurden sehr belebt. Die Fußballer stiegen in diesem Jahr leider von der B- in die C-Klasse ab. Der TSV erreichte einen Mitgliederstand von 500. Vorstand Hermann Stoll veranlaßte, dass die alte Turnhalle (endlich) als Erbbaupacht-Eigentum des Vereins ins Grundbuch eingetragen wird...

1969/70 fanden sich freitags einige Faustballbegeisterte in der neuen Sporthalle ein; Wolfgang Langermann gründete die Faustballbteilung, die über lange Jahre in Sport und Geselligkeit fest zusammenhielt.

1970 bat der TSV die Gemeinde um Schaffung einer Sportanlage im Schulzentrum. Während die Männer 1971 ihr 50jähriges Fußballerdasein feierten, gründeten die Frauen ein Jahr später eine Damenfußballabteilung, die über 25 Jahre sehr erfolgreich war und bis in die Landesliga aufstieg. Erinnert sei hier z. B. an “Macherinnen“ wie Rosi Blum, Agnes Schapmann und Susanne Finger, die ihre Abteilung zum Wohl des Gesamtvereins einbrachten.

Am ersten Augustwochenende 1974 startete der TSV Boll bei gewittrigem Wetter seine Volkssportwandertage. Bei den insgesamt 23 mit hohem Aufwand organisierten Wandertagsveranstaltungen gingen insgesamt über 50.000 Wanderer auf die 10, 20 oder 30 km langen Strecken in unserer wunderschönen Heimat. Allein beim 4. Wandertag im Stauferjahr waren es 6.500 Wanderer. Beliebt bei jung und alt,

bei französischen wie bei amerikanischen Soldaten mit ihren Familien, bei vielen Gruppen von Vereinen und Institutionen waren es sportliche und gesellige Höhepunkte in unserer Gemeinde. In vielen Haushalten findet man noch heute die Medaillen mit verschiedenen Motiven: Kurhaus, Ev. Akademie, Aichelberg-Viadukt, König Barbarossa, Fußball-WM, Kontinente, Gemeindewappen etc.

Der rührige Vorsitzende Rainer Moll schaute darauf, dass die Gewinne aus Wandertagen, aber auch die aus lukrativen Alt-Papiersammlungen, einer Rücklage (Bausparverträge) zugeführt wurden.

1978 konnte die Gemeinde zusammen mit den Schulen und dem TSV die neue Sportanlage mit Rasenspielfeld, 100m-Tartanbahn und Kugelstoßfeld einweihen. Vergleichbar mit der Nutzung der neuen Turnhalle, nahmen jetzt auch im Freien die Aktivitäten zu. Im Einklang mit der Leichtathletik begann die Sportabzeichen-Ära unter Gudrun Klose, die heute unter Jörg Lehner ihre Fortsetzung findet.

Nun war dem TSV Boll auch bald klar, dass der Verein in diesem Umfeld seine neue „häusliche Bleibe“ finden müsste.

Neue Heimat gefunden

Am 18. 5. 1979 beschloss die Hauptversammlung des TSV Boll einstimmig die Planung für ein neues Vereinsheim; aus finanziellen Gründen zunächst ohne Wohnung und Kegelbahn. 1981 war Spatenstich, Richtfest und Grundsteinlegung. Vom 1. bis 3. 7. 1983 konnte der Verein die Einweihung feiern. Kommunalpolitik wurde mit dieser bedeutendsten Maßnahme der 100jährigen Vereinsgeschichte auch zum Planungs- und damit zum Kostenfaktor. Der TSV musste wegen der Thermalbadpläne der Gemeinde und des Verbandes weichen, 1980 seine gerade 50 Jahre alte Turnhalle zum Abriss verkaufen und mit seinem Heim den neugeschaffenen Sportanlagen folgen. Das neue Heim, so die kommunalen Vorgaben, dürfte keine „Hüttenqualität“ aufweisen, sondern müsse sich in die „gehobenen“ Planvorgaben eines Kurortes einfügen. Ein Vorschlag des Chronisten, das Vereinsheim auf dem Kugelstoßplatz zu erstellen und die kommunalen Dusch- und Umkleideräume der Turnhalle gemeinsam zu nutzen, wurde abgelehnt. Der TSV folgte einer Planung von Architekt Walter Baur und investierte rund 1 Mio. DM und unzählige freiwillige Stunden vieler fachkundiger Mitglieder. Besonders erwähnt werden müssen in diesem Zusammenhang Rainer Moll als Vorsitzender und Kurt Höra als Bauausschussvorsitzender. Ein Viertel des gefeierten Vereinsjahrhunderts hat dem TSV dieses großzügige und schöne Haus bereits gedient. Die Restschulden sind überschaubar, aber engen bei ständig steigenden Vereinsausgaben den Handlungsspielraum dennoch leider ein. Wie gerne würde der TSV noch mehr in den Kinder- und Jugendsport investieren. Mit unseren Heimpächtern hatten wir –bis auf wenige Ausnahmen- viel Pech, obwohl sich alle Verantwortlichen immer große Mühe gaben, das Heim in gute Hände zu geben. Finanziell lief es eigentlich am besten, wenn TSVler selbst bewirtschafteten - aber wer kann das schon auf Dauer..

Die (notwendige) Brauereibindung brachte dem TSV mit der Übernahme der Plochinger Waldhornbrauerei durch Hofbräu wesentlich bessere Konditionen, ein Klotz am TSV-Bein bleibt sie dennoch. 

1980 bot der TC Bad Boll dem TSV eine Kooperation an. TSV-Mitglieder konnten gegen Gebühr die Tennishalle des TC benutzen. Einige TSV-Urgewächse fanden daran auch bleibenden Spass. 1981 kam der Ski-Club Bad Boll mit einigen Mitgliedern zum TSV. Hier entstand eine neue Abteilung, die den Boller Ski-Bazar bekannt machte und Skiausfahrten organisiert. 1983 wurde unter Joachim Kopp eine Volleyball-Abteilung gegründet; heute ist diese Sportart in der Mittwochsturngruppe fest verankert. Im selben Jahr schafften unsere Fußballer den Aufstieg in die Kreisliga A. Die alte Turnhalle „stieg hingegen ab“, d. h. sie wurde von der Gemeinde abgerissen und dient seitdem als Parkplatz.

Große Feste

1987 und 1995 feierte der TSV seine großen Feste: zum einen das 80jährige Vereinsjubiläum und zum anderen die Jubiläen „50 Jahre Ev. Akademie“ und „400 Jahre Kurhaus Bad Boll“, jeweils kombiniert mit hervorragend organisierten und besuchten Gauturnfesten. 1989 wurde die Sportanlage durch ein Trainingsgrasspielfeld ergänzt. Der Trainingsbetrieb ist jetzt räumlich zusammengeführt, obwohl der alte

„Alleensportplatz“ – dort wo sich eigentlich täglich rund 1.000 Besucher im Thermalwasser tummeln sollten- immer noch sportlich genutzt wird.

Alte und neue Angebote

1993 wurde die Leichtathletik im TSV wiederbelebt. 1994 gründete der selbst betroffene Wolfgang Langermann in Kooperation mit dem Kurhaus Bad Boll eine Herzsportabteilung, die von Peter Graser erfolgreich geleitet wird und hohe Akzeptanz erfährt. Dieses Angebot ergänzt die verschiedenen Gesundheitsprogramme (Rückenschule, Tai ji, Kraftsport u.a.) die der Verein auch für Nichtmitglieder in Kursform anbietet.

Neue Vereinsstruktur

Im Jahr 1994 wird eine neue Vereinsstruktur eingeführt und eine Geschäftsstelle mit festen Sprechzeiten im Vereinsheim eingerichtet. Die dezentrale Vereinsarbeit in den Wohnungen der Vereinsverantwortlichen hatte somit ein Ende. Treffpunkt, Diskussions- und Entscheidungsort ist nun die Geschäftsstelle, die Gudrun Klose übernahm und später an Gudrun Gölz übergab. Frau Klose stellte den Verein auf EDV um (ein kurzer Hinweis auf ein zeitraubendes Geschäft...). 1995 drängte die sehr aktive Kraftsportabteilung unter Johann Kurz (als Abteilungsleiter tätig auf Lebenszeit, wie er selbst mal formulierte) auf räumliche

Trainingskapazitäten. Für das Wirtschaftsinventar des Vereins erfolgt ein Anbau an das Vereinsheim, den der unvergessene Eduard Schirling, genannt „Edu“ leitete. Seitdem steht der Kraftsportabteilung das Untergeschoss des Vereinsheimes zur Verfügung, das sie sich selbst hervorragend einrichtete. Das Vereinsheim wurde in diesem Jahr 1995 renoviert, die Theke umgebaut, Barhocker für langes Sitzen hergerichtet, eine neue Schank- und Kühlanlage installiert. Insgesamt wurden 20.000 DM investiert. Im August 1996 veranstaltete der agile Fußballabteilungsleiter Adolf Schöllkopf mit seinen Mannen das 75jährige Jubiläum der Abteilung.

1996 schüttelte das Scientology-Problem den TSV medienwirksam durch. Der TSV Vorstand hatte sich einmütig dazu entschlossen, zwei Übungsleiter wegen Zugehörigkeit zu dieser Organisation von der Vereinsarbeit auszuschließen. Anstelle der TSV-Jahresfeier für Erwachsene fand ab 1997 als gesellschaftlicher Höhepunkt jeweils eine „Italienische Nacht“ unter Beteiligung unseres damaligen Pächters Santo Salvia statt. Leider fanden die Jahresfeiern nicht mehr genügenden Anklang bei den Mitgliedern, obwohl der Verein immer versuchte, ein ansprechendes Programm zu bieten. Unvergessen sind hier sicher auch die Theatervorführungen unter Regie von Edeltraud Moll und Rosemarie Rössle.

Am 2. 8. 1999 machte die „Tour de Ländle“ des SWR mit ca. 4.000 Radlern Mittagsstopp am Kurhaus Bad Boll und ließ sich an vier Ständen des TSV Boll verwöhnen.

Die Tausend sind voll

Im Jahr 2000 waren es 1.000 Mitglieder, die dem TSV vertrauten; Ingo Erhardt war der Glückliche, der den mitgliederstärksten Verein in Boll zur runden Zahl führte. Über den Arbeitskreis der Vereinsvorstände Boll bringt sich der Verein von Anfang in die kommunale Zusammenarbeit ein. Die Mitwirkung an verschiedenen Gemeindefesten, z. B. dem Boller Weihnachtsmarkt, beweist dies.

Die Abrundung

Im September 2.000 fand das herrlich gelegene Sportgelände mit der Einweihung eines Tartan-Kleinspielfeldes mit einer modernen Hochsprunganlage seine Abrundung. Niveauvolle überregionale Leichtathletikwettkämpfe und ein Hochsprungmeeting mit den besten Nachwuchsspringern unter Leitung des Landestrainers Peter Schramm waren ein hoffnungsvoller Auftakt.

Fußball „bockstark“

Was niemand mehr glauben wollte wird 2002 wahr: Die Fußballer des TSV Boll stiegen in die Bezirksliga auf spielen dort seither einen Super-Fußball; sie peilen weiter nach oben.

Zuversicht

Der Gesamtverein sollte es genauso halten: Positiv nach vorne schauen, sich Ziele stecken, daran arbeiten und sie möglichst erreichen. Das macht den Sport aus. Dabei mitzumachen lohnt sich, bringt Freude und Freunde, erhält die Gesundheit, erzieht und formt den Menschen, kurzum:

Sport ist für uns, für Sie, im TSV am schönsten – auch in den nächsten 100 Jahren!!